Unsere Geschichte

-Von Ausbeutung zu Respekt-

Photocredit: Benjamin Mangelsdorf

Unsere ‚Geschichte von Hermersdorf‘ beginnt im Mai 2017, als Elisabeth Schön für neun gerettete Ziegen eine vorübergehende Notunterkunft suchte.

Die Ziegen wurden vorläufig auf dem Gelände der LEG Hermersdorf untergebracht.

Es begann mit 9 Ziegen

Einige Zeit später verschwand eine dieser Ziegen auf einmal spurlos. Vier Wochen vergingen – die anderen acht Ziegen wurden in dieser Zeit in ihr neues Zuhause umgesiedelt – bis das vermisste Tier glücklicherweise lebend in einem Silo wiedergefunden wurde. Da die Ziege völlig ausgehungert war, brachte der damalige Schäfer der LEG Hermersdorf sie zum ‚Aufpäppeln’ in seinem Maststall unter. Das war der Moment, in dem Elisabeth zum allerersten Mal auf die Mastlämmer von Hermersdorf traf und von deren ‚Bestimmung‘ erfuhr.

Eine Mutter gebärt im Dunkeln

Photocredit: Pavel Mezihorak

Elisabeth trifft die Lämmer


Photocredit: Pavel Mezihorak
Lämmer sind von ihren Müttern getrennt und saugen an den Findern
Photocredit: Pavel Mezihorak

Elisabeth startete einen Aufruf über Facebook, um Hilfe für die Rettung dieser Lämmer zu suchen. Über diesen Hilferuf traf Elisabeth auf Annette Riedel, Betreiberin des kleinen Lebenshofes ‚Muckele‘s Farm‘ in Michendorf. die sich ohne zu zögern bereit erklärte, fünf der Lämmer bei sich auf dem Lebenshof unterzubringen. Weitere zwei Lämmer wurden bei Peggy Schreiber von ‚Tierhilfe Hof Samtschnute e.V.‘ aufgenommen. Zeitgleich erfuhr Elisabeth, dass sie auch von ihrem buddhistischen Verein ‚Rigpa e.V.‘ mit Unterstützung rechnen könne, sofern sie einen gemeinnützigen Verein gründete. So entstand im Oktober 2017 zunächst der gemeinnützigen Verein ‚Tiere wollen leben‘, welcher im Februar 2018 aus organisatorischen Gründen in ‚Lasst die Tiere leben e.V.‘ umbenannt wurde.

Als Anfang Februar 2018 die ersten Mutterschafe im Schäfereibetrieb der LEG lammten, erfuhr Elisabeth, dass der Schäfer Ende des kommenden Sommers in Rente gehen wird und der Schäfereibetrieb somit geschlossen werden soll. Elisabeth – die die Geburten der Lämmer mitunter persönlich miterlebt hatte – konnte nicht anders als sich zu schwören, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um diese Lämmer und ihre Mütter zu befreien, bevor sie für die ihnen bevorstehende Mast getrennt werden. Sie startete also einen erneuten Aufruf auf Facebook und Instagram.

Um die geretteten Lämmer und ihre Mütter unterzubringen, wurde ein Teil des LEG Geländes gepachtet. Am 03. März 2018 suchte die ‚Tierrechtsgruppe Gießen‘, für 30 Laborferkel ein Zuhause. 14 von ihnen konnten so in Hermersdorf untergebracht werden.

Ankunft der 14 Schweine

Im April 2019 wurde der Kaufvertrag für das Gelände unterschrieben und wird durch einen Privatkredit, welchen Elisabeth auf sich genommen, in den nächsten Jahren abbezahlt.

LEG Anlage in Hermersdorf, der untere Teil ist nun ein Lebenshof.
Photocredit: Timo Stammberger

 

„Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.“

(Christian Morgenstern, Dichter, 1871-1914)